Sven Späters Wortgrotte
 
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Gesegneter Schulsport (Realsatire)
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Hört man die Schüler verschiedener Schulen, so wird eine Sache oft überdeutlich: Sportlehrer sind die wahren Götter in dieser Welt.

Herabgestiegen von ihrem Olymp, nur um dem schwachen Menschengeschlecht, explizit dessen Nachwuchs zu zeigen, wie wichtig Schulsport doch ist.

Mathe? Deutsch? Erdkunde? Physik, Chemie und Biologie? Alles unwichtiger Blödsinn, denn nur der Schulsport formt einen jungen Menschen. Nur durch den Schulsport lernt unsere faule, verkommene und verwöhnte Jugend, was es heißt, Schmerz und Demütigung richtig zu genießen.

Da wird mit militärischem Drill das Jungvolk an die Grenzen geführt. Sind diese erst einmal erreicht, geht es nicht nur einen Schritt weiter, sondern gleich einen kompletten Gewaltmarsch nach vorne. Wenn Zungen auf dem Boden hängen, Lungen pfeifen und Tränen in den Augen der Kinder stehen, fühlt sich ein Sportlehrer erst so richtig wohl. Dann hat er es allen gezeigt, hat sich in seiner Macht suhlen dürfen und der Welt die Stirn geboten.

Natürlich dürfen Sportlehrer auch immer etwas mehr als andere. Gerne wird darüber hinweg gesehen, wenn ein Kind seine Turnschuhe vergessen hat und zur Strafe die Straßenschuhe sauberlecken muss. Hier kommt echtes Feeling auf, da wird der junge Mensch geformt – oder gebrochen. Aber Letzteres stört nicht weiter, denn Verlust gibt es ja immer. Allein der darwinistische Gedanke scheint zu greifen: Nur der Stärkste überlebt. Natürliche Selektion.

Wie gefährlich dieses Denkweise unter Umständen sein kann, wird schlicht ignoriert, denn Sportlehrer anzutasten hieße, sich mit Gott selbst messen zu wollen.

In den heiligen Hallen dringt das Jammern der Frischlinge an die Ohren der schockierten Eltern, wenn ein Aushilfsares entschieden hat, dass Völkerball mit Medizinbällen sehr viel effektiver ist. Nicht nur die Muskeln werden gestählt, es lernt das Kind auch gleich, wie schön es ist, wenn nach einiger Zeit der Schmerz wieder nachlässt.

Scheint die Sonne bei minus zehn Grad, geht es nach draußen auf den Fußballplatz. Immerhin ist das Wetter doch schön. Nach der blutigen Schlacht, dürfen sich die Überreste bei einer erfrischenden Kurvendiskussion erholen.

Da die Politik mehr sportliche Betätigungen fordert – verblöden darf unsere Jugend, sie darf aber auf gar keinen Fall unsportlich sein –, muss an der ganzen Sache also etwas richtig sein.

Es sei denn ... Ja, es sei denn, mit der Politik liefe etwas falsch, aber das wäre beinahe utopisch.

So utopisch wie die Hoffnung auf einen Sportlehrer, der während des Schulsports nicht zu einem knallharten Knastwärter mit leicht sadistischen Zügen mutiert.


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